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Die studentische Forschungsgruppe: Karin Michl, Jasmin Schwab, Hanna Kögler, Katharina Kirsch, Alica Kreinecker und Daniel Schwarzer.
Die studentische Forschungsgruppe: Karin Michl, Jasmin Schwab, Hanna Kögler, Katharina Kirsch, Alica Kreinecker und Daniel Schwarzer.

Blog-Eintrag -

Was bedeutet Prävention?

Studentisches Forschungsprojekt der Hochschule Fresenius setzt sich mit der Gesundheitskompetenz der Deutschen auseinander.

Es klingt paradox: Die Menschen in Bayern fürchten sich am meisten vor Krebs, dann folgt Demenz und Schlaganfall, so eine Umfrage der DAK-Gesundheit. Dennoch nutzen nur 56 Prozent der Bayern Vorsorgeuntersuchungen gegen Krebs. 

Ähnlich absurd liest sich auch die GEDA 2010 des Robert Koch-Instituts: Die Darmspiegelung als Angebot der gesetzlichen Krankenkassen ist über 86 Prozent der Befragten über 55 bekannt. Aber nur 58 Prozent der Befragten ab diesem Alter gaben an, jemals eine Darmspiegelung in Anspruch genommen zu haben.

Die Hochschule Fresenius in München hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Fragestellungen der Felix Burda Stiftung erörtert. Zum Darmkrebsmonat März 2020 haben sich sechs Studenten des Studienschwerpunkts Gesundheitspsychologie unter Leitung von Studiendekan Prof. Dr. Andreas Beivers das Thema Health Literacy vorgenommen. Ihr Studienprojekt mit dem Titel "Darmkrebsvorsorge: Gründe für die Nichtteilnahme und Wissen über den Zeitpunkt und Nutzen der Prävention" setzt sich mit der Frage auseinander, wie die Deutschen Vorsorge und Prävention verstehen. 

Die Ergebnisse der Studenten lesen sich ähnlich wie die Daten der RKI-Untersuchung aus dem Jahr 2010. Als häufigste Gründe für die Nicht-Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge gaben die Befragten im Herbst 2019 an:

  1. Weil ich keine Probleme mit dem Darm habe.
  2. Weil ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht habe.
  3. Weil ich Angst vor der Untersuchung habe.
  4. Weil ich es persönlich nicht für notwendig halte.

Lediglich die Scham vor der Untersuchung lag vor 10 Jahren noch unter den Top 3 der Gegenargumente. Hier scheint das Tabu deutlich gemildert worden zu sein.

Immerhin! 

Aber was sagen uns diese Ergebnisse über das Wissen der Bevölkerung über Prävention?

Über ein Drittel der Befragten gaben gegenüber den Studenten an, dass sie keinen Unterschied zwischen Vorsorge und Früherkennung sehen. Dies und die Gründe für die Nicht-Teilnahme klingt so, als hätten damals wie heute die Mehrheit der Befragten das Prinzip von Vorsorge und Prävention nicht verstanden.

Allerdings geht es gerade bei der Darmkrebsvorsorge darum, im gesunden Zustand - ohne Beschwerden - einen Stuhltest zu machen oder die Vorsorge-Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen. Sobald ich daher Anspruch habe, sollte ich die Vorsorge für mich nutzen, um mir entweder meine gefühlte Darmgesundheit bestätigen zu lassen oder Vorstufen von Darmkrebs, sogenannte Polypen, entdecken und entfernen zu lassen.
Denn diese Polypen spürt man nicht.
Auch Darmkrebs selbst macht im Frühstadium keinerlei Symptome!

Auf Symptome allerdings "warten" wohl die meisten!

So würden 32 Prozent der Befragten über 45 Jahre, die aktuell nicht zur Vorsorge gehen, dies erst beim Auftreten von Symptomen tun. Das kann fatale Folgen haben. Denn sollte der Krebs erst einmal  Schmerzen verursachen, ist die Chance auf Heilung deutlich reduziert. 

"Offensichtlich haben auch wir in der Vergangenheit viel zu selbstverständlich die Begriffe "Vorsorge", "Prävention" und "Früherkennung" nebenher verwendet, ohne differenzierter auf die Bedeutung einzugehen", gibt der Marketingleiter der Felix Burda Stiftung, Carsten Frederik Buchert zu bedenken. "Gerade im diesjährigen Darmkrebsmonat März wollen wir daher deutlich machen, dass Prävention bedeutet, seine Gesundheit zu erhalten. Wer gesund bleiben will, geht nicht erst bei Beschwerden zur Darmkrebsvorsorge - heißt es daher in unserer Werbekampagne #Präventiophobie."

Die Darmkrebsvorsorge steht jedem Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse kostenfrei zu. Männer haben ab 50 Jahren die Wahl zwischen immunologischen Stuhltest oder Vorsorge-Darmspiegelung. Frauen können ab 50 den Stuhltest und ab 55 Jahren die Darmspiegelung nutzen. Allgemeinärzte, Gynäkologen, Urologen und Gastroenterologen beraten zur Darmkrebsvorsorge.

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Die Felix Burda Stiftung mit Sitz in München wurde 2001 von Dr. Christa Maar und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda gegründet und trägt den Namen ihres 2001 an Darmkrebs verstorbenen Sohnes. Zu den bekannten Projekten der Stiftung zählen u.a. der bundesweite Darmkrebsmonat März sowie der Felix Burda Award, mit dem herausragendes Engagement im Bereich der Darmkrebsvorsorge geehrt wird. Mit smarten Event-Tools und Gadgets bringt die Stiftung die Darmkrebs-Prävention zu den Menschen: Das größte begehbare Darmmodell Europas fasziniert seine Besucher auf 20 Metern Länge und als Virtual Reality-Darm. Die APPzumARZT managed als Gesundheits-Butler alle gesetzlichen Präventionsleistungen für die ganze Familie und allein über 150.000 User pro Jahr testen online ihr persönliches Risiko mit dem Schnellcheck-Darmkrebs. Die Felix Burda Stiftung betreibt Websites und Social Media-Präsenzen und generiert mit jährlichen, konzertierten Werbe- und PR-Kampagnen eine starke deutschlandweite Awareness für die Prävention von Darmkrebs. Die Felix Burda Stiftung ist Mitglied im Nationalen Krebsplan der Bundesregierung und in der Nationalen Dekade gegen Krebs des Bundesministeriums für Forschung und Bildung. Sie engagiert sich im Kuratorium des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und im wissenschaftlichen Beirat des Krebsinformationsdienstes.
www.felix-burda-stiftung.de

Pressekontakte

Carsten Frederik Buchert

Carsten Frederik Buchert

Pressekontakt Director Marketing & Communications Felix Burda Stiftung 089-92502710

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