Pressemitteilung —
Wie ein persönliches Schicksal zur Bewegung für Darmkrebs-Prävention wurde
25 JAHRE FELIX BURDA STIFTUNG
05.11.2026 - Felix Burda, der Sohn von Dr. Christa Maar und Verleger Prof. Hubert Burda starb im Februar 2001 mit nur 33 Jahren an Darmkrebs. Er hinterließ nicht nur eine trauernde Familie, sondern auch einen Auftrag: Eine Stiftung in seinem Namen sollte andere Menschen vor dem Schicksal bewahren, das ihn selbst zu früh aus dem Leben riss. Aus dieser Mission entstand mit Gründungsdatum 5. November 2001 die Felix Burda Stiftung. Dieser letzte Wunsch des krebskranken Familienvaters hat das deutsche Gesundheitssystem nachhaltig verändert und dadurch viele Menschen vor Darmkrebs bewahrt.
Vor 25 Jahren entstand in Deutschland eine Stiftung, die das Thema Darmkrebsvorsorge aus der medizinischen Nische in die gesellschaftliche Mitte holte. Ihr Ursprung ist keine strategische Gründungsgeschichte, sondern eine familiäre Tragödie – und ein Vermächtnis.
Als bei Felix Burda im Alter von nur 31 Jahren Darmkrebs diagnostiziert wurde, war die Krankheit bereits weit fortgeschritten. Sein Fall galt damals als tragisches Beispiel für ein strukturelles Problem: fehlende strukturelle Früherkennung, unzureichende Sensibilisierung und mangelndes Wissen über familiäre Risikofaktoren – bei Patienten wie Ärzten.
Felix Burda: Der Namensgeber mit einem Auftrag
Felix Burda war Kunsthistoriker, Hochschullehrer und Familienvater. Er hatte seine Jugendfreundin Katrin geheiratet und mit ihr die Söhne Benno und Elias bekommen. Zwei Jahre nach der Diagnosestellung starb Felix mit nur 33 Jahren. Eine frühe, ausführliche Familienanamnese und Früherkennung mittels Vorsorgekoloskopie hätten sein Leben mit hoher Wahrscheinlichkeit retten können.
Seine Erkrankung machte deutlich, was heute medizinischer Konsens ist: Darmkrebs ist in vielen Fällen vermeidbar – wenn Vorstufen rechtzeitig erkannt werden. Seine persönliche Geschichte wurde so zum emotionalen Kern der Stiftungsarbeit.
Besonders prägend: Felix selbst formulierte noch vor seinem Tod den Wunsch, dass sein Fall nicht folgenlos bleiben dürfe. Seine Eltern sollten dafür sorgen, dass andere Menschen früher von ihrem Risiko erfahren und Zugang zur Vorsorge erhalten könnten. Sein Schicksal sollte anderen das Leben retten. Dieser Wunsch wurde zur DNA der Stiftung.
Noch im Jahr seines Todes gründeten seine Eltern die Felix Burda Stiftung.
Christa Maar: Die strategische Kraft hinter dem Wandel
Wenn Felix Burda das emotionale Zentrum war, dann war Christa Maar die operative und politische Kraft der Bewegung. Die promovierte Kunsthistorikerin, Regisseurin und Chefredakteurin machte aus einer privaten Initiative eine der wirksamsten Präventionsorganisationen Deutschlands. Mit strategischer Kommunikation, politischer Beharrlichkeit und gesellschaftlicher Vernetzung gelang es ihr, ein Thema zu enttabuisieren, das lange mit Scham und Verdrängung belegt war.
Unter ihrer Führung entwickelte sich die Stiftung zum Taktgeber in der Kommunikation der Krebsprävention. Christa Maar verstand früh: Gesundheitsaufklärung braucht nicht nur medizinische Fakten, sondern Aufmerksamkeit, Emotionen und gesellschaftliche Anschlussfähigkeit. „Darmkrebs ist kein medizinisches, sondern ein kommunikatives Thema“, so ihr Credo. Dieses Prinzip machte die Stiftung erfolgreich. Für ihre Verdienste wurde sie unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Bayerischen Verdienstorden und der Bayerischen Staatsmedaille ausgezeichnet. Ihr Tod am 4.11.2022 markierte das Ende einer Ära – ihr Vermächtnis wirkt bis heute fort.
Kampagnen, Produkte & Events: Die Stiftung hat die Gesundheitskommunikation in Deutschland geprägt
Seit 2002 ist der „Darmkrebsmonat März“ das Herzstück der öffentlichen Arbeit. Jedes Jahr werden von der Stiftung in diesem Awareness-Monat kreative Kampagnen lanciert, die Krebsvorsorge neu interpretieren und im Werbeblock überraschen. Prominente Botschafter wie Verona Pooth, Uschi Glas, Barbara Wussow, Paul Breitner, Erol Sander, Vitali Klitschko, Wayne Carpendale, Simon Licht, Sky du Mont, Adnan Maral, Jürgen Prochnow, Katja Burkard, Harald Schmidt, Barbara Schöneberger, Verona Pooth, Wolfgang Stumph und viele weitere unterstützen dabei die Stiftung.
Die Schaltungen von über 250 Anzeigen, rund 5.800 TV-Spots, etwa 3.300 Radiospots, über 56 Mio. Impressions auf Citylights im öffentlichen Raum und Shoppingcentern in 268 Städten, Online-Banner, Paketbeilagen, Mailings und Social Media, summieren sich laut statista auf ein Bruttowerbevolumen von über 10 Mio. Euro, das im Darmkrebsmonat März von den deutschen Medienhäusern zur Verfügung gestellt wird. Eine gewaltige Werbe-Power gegen Darmkrebs, zur der eine Reichweite von rund 500 Millionen redaktionellen Kontakten über die Berichterstattung hinzukommt.
Die Botschaft: Darmkrebs ist kein Tabuthema, sondern das Screening eine der größten Präventionschancen unserer Zeit.
Gekrönt wird die jährliche Publicity seit 2003 durch eine festliche Gala. Der Felix Burda Award etablierte sich zu einer Plattform für Menschen, Unternehmen und Organisationen, die Prävention in Deutschland voranbringen wollen. Ein Media-Health-Society-Event, Deutschlands medial erfolgreichster Gesundheitspreis, Auszeichnung für herausragende Projekte im Bereich der Darmkrebsprävention in Medizin, Wissenschaft und Engagement. Moderiert und begleitet von prominenten Persönlichkeiten, unterstützt durch die Politik.
Das größte begehbare Darmmodell Europas entwickelte die Felix Burda Stiftung 2008 als ein 20 Meter langes, rosafarbenes Eventtool mit bis zu 100.000 Besuchern jährlich in acht Ländern; ergänzt 2019 durch ein VR-Darmmodell, das die Vorsorge in Virtual Reality erlebbar und audiovisuell verständlich macht.
2011 bereits launchte sie die kostenfreie Präventions-App APPzumARZT – ein früher digitaler Vorstoß mit großem Nutzen insbesondere für Familien. Die App erinnert u.a. an alle Präventionsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen – von U-Untersuchungen bei Kindern über HPV-Impfung bis hin zu Hepatitis-Screening und Darmkrebsvorsorge. Arztsuche, redaktionelle Gesundheitsnews und gesunde Rezepte inklusive.
Die Betriebliche Darmkrebsvorsorge wurde von der Felix Burda Stiftung entwickelt und ab 2002 gemeinsam mit Partnern mittels Leitfaden bekannt gemacht. Heute ist sie Standard im betrieblichen Gesundheitsmanagement, von dem Millionen von Arbeitnehmern jährlich profitieren – mit Informationsangeboten, Tests und Untersuchungen direkt im Setting Arbeitsplatz.
Den Härtefonds patientenhilfe darmkrebs rief die Stiftung mit weiteren Organisationen ins Leben, um Betroffene und ihre Familien auch finanziell unbürokratisch zu unterstützen. Rund 1100 Patienten konnten bislang mit knapp einer Million Euro aus Spenden von Unternehmen und Privatpersonen unterstützt werden.
Die Stiftung als Social Media - Innovationsführer
23.000 Stiftungen sind in Deutschland verzeichnet. Die Münchner Felix Burda Stiftung war mehrfach Pionierin unter diesen gemeinnützigen Institutionen: Als erste Stiftung in Deutschland auf TikTok, SnapChat und Vero, sowie mit dem Einsatz eines Chatbots auf Facebook, lange bevor KI-Tools Mainstream wurden. Aktiv ist die Felix Burda Stiftung auf Linkedin, Instagram, facebook, TikTok, Flickr und YouTube. Diese Präsenz hat Präventionsbotschaften dorthin gebracht, wo Menschen kommunizieren und viel Zeit verbringen – auf ihren Smartphones.
Die Erfolge nach 25 Jahren
Die Bilanz nach einem Vierteljahrhundert lässt sich in Zahlen, Auszeichnungen und Systemveränderungen messen.
Medizinische und gesellschaftliche Wirkung
Seit Einführung der gesetzlichen Vorsorge-Koloskopie 2002 haben rund 10,6 Millionen Versicherte diese Untersuchung in Anspruch genommen. Schätzungen zufolge konnten dadurch 365.000 Neuerkrankungen und 185.000 Todesfälle an Darmkrebs verhindert werden. Die Neuerkrankungsrate ist – trotz demografischem Wandel – deutlich gesunken, die Sterblichkeit ebenfalls. Darmkrebs ist damit ein Beispiel dafür, wie Prävention tatsächlich Leben rettet.
Politische Erfolge
Die Stiftung war maßgeblich beteiligt an:
- Einführung der Vorsorge-Koloskopie als Kassenleistung (2002)
- dem Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (2013)
- dem immunologischen Stuhltest als Standard (2017)
- dem Einladungsverfahren zum Darmkrebsscreening (2019)
- der Senkung der Altersgrenze für Männer auf 50 Jahre (2019).
Kommunikations- und Designpreise
Die kreative Gesundheitskommunikation der Stiftung ist international anerkannt und wurde mit rund 50 Auszeichnungen prämiert - u. a. Comprix, Communicator Award New York, Healthcare Advertising Awards Atlanta, Digital PR Award, Epica Awards Paris, red dot Award, German Design Award, PR Report Award, Social Effie, uvm.
Was bleibt – und was noch zu tun ist
Ein Vierteljahrhundert nach Felix Burdas Tod ist seine Stiftung zu einer festen Größe im deutschen Gesundheitswesen geworden.
Sie hat Strukturen verändert, Gesetze mitgestaltet, Ärzte, Kassen, Unternehmen und Medien vernetzt, und vor allem: Menschen informiert, sensibilisiert und zur Vorsorge gebracht. Die Geschichte der Felix Burda Stiftung ist damit mehr als eine Stiftungschronik. Sie ist ein Beispiel dafür, wie eine persönliche Tragödie gesellschaftliche Veränderung anstoßen kann – wenn jemand wie Christa Maar die Kraft und Ausdauer aufbringt, daraus eine Mission zu machen.
Felix Burdas Name steht heute nicht mehr nur für ein verlorenes Leben, sondern für viele gerettete Leben. Christa Maar hat aus Trauer Verantwortung gemacht – und aus Verantwortung Wirkung.
Der Kern dieser Mission bleibt, auch nach 25 Jahren, unverändert aktuell:
Denn noch immer nehmen nur maximal 20% der anspruchsberechtigten Männer und Frauen ab 50 Jahren die Darmkrebsvorsorge, sei es als Stuhltest oder Koloskopie, in Anspruch. Zudem steigt weltweit die Zahl der jüngeren Betroffenen deutlich an. Ein bayerischer Modellversuch von 2017 mit dem Vorstoß, das Anspruchsalter zu senken und eine risikoadaptierte Früherkennung strukturiert zu etablieren, ist zunächst gescheitert.
Auch politische Aktivitäten messen der Prävention zunehmend den Stellenwert bei, der ihr gebührt.
Darmkrebs ist eine Krebsart, die durch Vorsorge in den meisten Fällen verhindert werden kann. Und selbst früh erkannt, ist dieser Krebs in der Mehrheit der Fälle noch sehr gut heilbar. Die Felix Burda Stiftung hilft mit, dass diese Chance genutzt wird.
Aus dem Vermächtnis von Felix Burda wurde ein Auftrag, der durch aufmerksamkeitsstarke Kampagnen, politische Weichenstellungen und medizinischen Fortschritt umgesetzt wird. Solange jedoch der Darmkrebs noch nicht besiegt ist, hat das Vermächtnis von Felix auch 25 Jahre nach seinem Tod nichts an Aktualität verloren.
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Die Felix Burda Stiftung mit Sitz in München wurde 2001 von Dr. Christa Maar (†) und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda gegründet und trägt den Namen ihres an Darmkrebs verstorbenen Sohnes. Zu den bekannten Projekten der Stiftung zählen u.a. der bundesweite Darmkrebsmonat März sowie der Felix Burda Award, mit dem herausragendes Engagement im Bereich der Darmkrebsvorsorge geehrt wird. Mit ihrer politischen Arbeit konnte die Felix Burda Stiftung bereits zahlreiche Verbesserungen für die Darmkrebsprävention im deutschen Gesundheitssystem erreichen.
Die Stiftung generiert mit jährlichen, konzertierten und vielfach ausgezeichneten Werbe- und PR-Kampagnen eine starke deutschlandweite Awareness für die Prävention von Darmkrebs. Zudem bringt sie die Vorsorge mit smarten Event-Tools und Gadgets zu den Menschen: Das größte begehbare Darmmodell Europas fasziniert seine Besucher auf 20 Metern Länge live und als Virtual Reality-Darm. Die APPzumARZT managed als Gesundheitsapp alle gesetzlichen Präventionsleistungen für die ganze Familie und das persönliche Risiko ermittelt online der Schnellcheck-Darmkrebs. Die Felix Burda Stiftung ist u.a. Mitglied im Nationalen Krebsplan der Bundesregierung und in der Nationalen Dekade gegen Krebs des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).