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Anja Landshoeft mit ihrem Sohn
Anja Landshoeft mit ihrem Sohn

Blog-Eintrag -

Wenn Darmkrebs in die Privatinsolvenz führt

Darmkrebs ist ein Armutsrisiko, nicht nur für Geringverdiener.
Die Initiative patientenhilfe darmkrebs unterstützt in finanzielle Not geratene Darmkrebspatienten.


Mit der Diagnose Darmkrebs ändert sich das Leben der Betroffenen oft unvermittelt von einem auf den anderen Tag. Denn Darmkrebs ist eine „stille Krankheit“, in den meisten Fällen gibt es keine Warnzeichen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 61.000 Menschen neu. Zehn Prozent der jährlichen Neuerkrankungen treten, laut einer aktuellen US-Studie, vor dem Alter von 50 Jahren auf. Damit ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen. Die Patienten müssen dann nicht nur körperliche und psychische Herausforderungen meistern. Oft belasten finanzielle Sorgen, durch lange Arbeitsausfälle und zusätzliche Kosten, die Situation.
Die patientenhilfe darmkrebs wurde auf Initiative der Felix Burda Stiftung, des Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. und der Stiftung Lebensblicke im August 2017 gegründet und unterstützt Betroffene durch finanzielle Einmalleistungen.

Darmkrebs: Ein Armutsrisiko

Die Erkrankung an Darmkrebs trifft die Patienten meist aus dem Nichts. Nach dem ersten Schock stehen dann Fragen nach Behandlungs- und Therapieansätzen, ob und wie man wieder gesund wird an erster Stelle. Dass längerfristige Erkrankungen aber auch finanzielle Auswirkungen haben können, wird übersehen. Mit dem Krankengeld, das lediglich 70 Prozent des Bruttolohns umfasst, können meist die gleichbleibenden Lebenshaltungskosten, Miete, Versicherungen, Kredite nicht gedeckt werden. Hinzu kommen krankheitsbedingte Verdienstausfälle und Zusatzausgaben durch teure Medikamente, Behandlungszuzahlungen oder Krankenhausaufenthalte. Fällt gar der Hauptverdiener aus, oder sind Selbständige und Freiberufler betroffen, geht es schnell um die Existenz. Es verwundert nicht, dass laut Überschuldungsreport des iff Hamburg von 2017 rund 10 Prozent der Privatinsolvenzen durch Arbeitsausfälle bei Krankheit verursacht werden.

Viele Patienten müssen sich um ihre finanzielle Existenz sorgen

„Ich kann meinem Sohn keine Winterkleidung kaufen“. Anja Landshoeft hätte sich nie vorstellen können diesen Satz einmal aussprechen zu müssen. Wie schnell man in eine finanzielle Schieflage geraten kann, zeigt das Beispiel der jungen Mutter. Sie erhielt mit 30 Jahren die Diagnose Darmkrebs, ihr Sohn war damals vier Monate alt. Wie viele Krebspatienten litt sie nach der Operation unter Erschöpfungszuständen, konnte weder ihrer Arbeit nachgehen, noch sich alleine um ihr Kind kümmern. Die Familie hatte plötzlich hohe Ausgaben für Behandlungszuzahlungen sowie für die Betreuung des Sohnes. Zudem übernahm die Krankenkasse während der Elternzeit nicht alle Therapiekosten.

In einem Video-Interview erzählt Anja Landshoeft von ihrer Diagnose und der Zeit danach: 

In finanzielle Not geriet auch Martin Ermen (49), Pianist und Musikschulleiter. Die Einnahme starker Medikamente griff seine Nervenzellen an, wodurch er seinen Beruf kaum ausüben kann. Der Verlust der Arbeit ist dann ein zusätzlicher Schicksalsschlag, den die Krebspatienten erleiden müssen. 

Helfen durch Spenden

Die patientenhilfe darmkrebs hilft in finanzielle Not geratenen Patienten schnell und unbürokratisch. Dabei ist die Initiative auf Spenden angewiesen, die zu 100 Prozent an die Betroffenen weitergegeben werden. https://www.patientenhilfe-darmkrebs.de/spenden

„Finanzielle Not durch Krankheit. Ist man selbst nicht betroffen, kann man sich diesen Zusammenhang für Deutschland kaum vorstellen“, so Christa Maar, Gründerin der Felix Burda Stiftung. „Und doch gibt es sie: Menschen, die unverschuldet durch eine schwere Erkrankung ihre finanzielle Existenz verloren haben. Und das in einer Phase ihres Lebens, in der sie eigentlich viel Kraft brauchen, um wieder gesund zu werden!“ 


Allein im Jahr 2017 erhielten rund 50 Patienten Unterstützung. Für das kommende Jahr will die patientenhilfe darmkrebs etwa 65.000 Euro an Spenden sammeln, um noch mehr Hilfs-Anfragen von Betroffenen positiv beantworten zu können.



HINWEIS: Gerne vermitteln wir Interviews mit betroffenen Patienten und Experten.

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Die Felix Burda Stiftung mit Sitz in München wurde 2001 von Dr. Christa Maar und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda gegründet und trägt den Namen ihres 2001 an Darmkrebs verstorbenen Sohnes. Zu den bekannten Projekten der Stiftung zählen u.a. der bundesweite Darmkrebsmonat März sowie der Felix Burda Award, mit dem herausragendes Engagement im Bereich der Darmkrebsvorsorge geehrt wird. Mit smarten Event-Tools und Gadgets bringt die Stiftung die Darmkrebs-Prävention zu den Menschen: Das größte begehbare Darmmodell Europas fasziniert seine Besucher auf 20 Metern Länge und als Virtual Reality-Darm. Die APPzumARZT managed als Gesundheits-Butler alle gesetzlichen Präventionsleistungen für die ganze Familie und allein über 150.000 User pro Jahr testen online ihr persönliches Risiko mit dem Schnellcheck-Darmkrebs. Die Felix Burda Stiftung betreibt Websites und Social Media-Präsenzen und generiert mit jährlichen, konzertierten Werbe- und PR-Kampagnen eine starke deutschlandweite Awareness für die Prävention von Darmkrebs. Die Felix Burda Stiftung ist Mitglied im Nationalen Krebsplan der Bundesregierung und in der Nationalen Dekade gegen Krebs des Bundesministeriums für Forschung und Bildung. Sie engagiert sich im Kuratorium des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und im wissenschaftlichen Beirat des Krebsinformationsdienstes.
www.felix-burda-stiftung.de

Pressekontakte

Carsten Frederik Buchert

Carsten Frederik Buchert

Pressekontakt Director Marketing & Communications Felix Burda Stiftung 089-92502710

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